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Der trockene April und die frühe Bodenerwärmung ermöglichte eine frühe Aussaat. In der Praxis wurde z.T. bereits in der ersten Aprildekade Mais gelegt. Aufgrund der Trockenheit liefen einige Bestände zunächst ungleichmäßig auf. Nach Einsetzen der Niederschläge um Mitte Mai entspannte sich die Situation. Während einer kühlen Witterungsperiode im Juni zeigten sich sortenbedingte Unterschiede in der Kälteempfindlichkeit. Danach konnte sich der Mais bis in den August hinein gut entwickeln. Auch die Befruchtung verlief unproblematisch, so dass im August viel versprechende massenwüchsige Bestände mit gutem Kolbenansatz und guter Auskörnung zu beobachten waren. Vereinzelt traten Hagelschäden und leichtes Sommerlager, das sich aber schnell verwachsen hat, auf. Die Trockenheit im August / September führte dann - in Abhängigkeit von Lokalniederschlagsereignissen – örtlich zu sehr frühem Beginn der Abwelke der unteren Blattetagen. An kritischen Standorten verlief die Welke der Restpflanze deutlich vorzeitig, während die Kolbenreife und Stärkeeinlagerung dahinter zurückblieb. Hier war dann die Bestimmung des Erntezeitpunktes sehr kompliziert und stellte einen Kompromiss zwischen den Anforderrungen an Silierfähigkeit, Restpflanzenverdaulichkeit und Stärkeeinlagerung dar. Auf Standorten ohne massiven Trockenstress war der Erntezeitpunkt „elastischer“, dort konnte optimale Restpflanzenverdaulichkeit und hoher Stärkegehalt kombiniert werden.
Die Trockenmasse- und Energieerträge blieben deutlich hinter den beiden herausragenden Vorjahreswerten zurück. Allerdings haben wir auch keinen Ertragseinbruch wie im Jahr 2006 zu verzeichnen, sondern liegen im normalen Streubereich knapp unter dem mehrjährigen Mittel. Aufgrund der oben beschriebenen vorzeitigen Abreife der Restpflanze lag der optimale Erntezeitpunkt in diesem Jahr bei ungewöhnlich hohen Trockensubstanzgehalten (im Mittel bei 36%). Auch im Vorjahr waren die Trockensubstanzgehalte erhöht, dies lag aber an den besonders hohen Stärkegehalten. Trotz der Abreifebeschleunigung durch die Trockenheit konnten auch 2009 mit 33% leicht überdurchschnittliche Stärkegehalte erzielt werden, wodurch die Stärkeerträge mit 54 dt/ha das mehrjährige Mittel erreichen. Auch die Energiegehalte im Erntegut waren mit durchschnittlich 6,7 MJ/kg TM trotz hohem Abreifgrad der Restpflanze günstig.
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TM-Ertrag dt/ha
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TS-Gesamt-pflanze %
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Stärkegehalt %
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Stärkeertrag dt/ha
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Energie-konzentration MJ/kg TM
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Energieertrag NEL GJ/ha
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| 2004
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174
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30
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31
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54
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6.5
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113
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| 2005
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184
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33
|
33
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60
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6.4
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118
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| 2006
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147
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30
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23
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35
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6.4
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94
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| 2007
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220
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31
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30
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65
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6.3
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139
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| 2008
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183
|
36
|
35
|
64
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6.7
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122
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| 2009
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165
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36
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33
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54
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6.7
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110
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| Mittelwert
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179
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33
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31
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55
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6.5
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116
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Tab. 1: Mehrjähriger Vergleich der in den regionalen Landessortenversuchen erzielten Erträge und Qualitäten (Mittel der Sorten)
Sortenempfehlung Silomais
Als besonders frühreife und stärkereiche Sorte wird NK Falkone (S 210) empfohlen. Kalvin (S220) ist eine Sorte mit hohem Stärkeertrag und lagert als stay-green-Typ bei intakter Restpflanze frühzeitig Stärke ein. LG3220/Logo (S230) kombiniert hohen Masse- und Stärkeertrag mit guter Restpflanzenverdaulichkeit. Die Sorten der Reifezahl S240 Ronaldinio, Filippo und AgroMax werden aufgrund ihrer sehr hohen Energieerträge empfohlen.
Bei guten betrieblichen Erfahrungen werden weiterhin die relativ trockentoleranten Sorten Delitop (S220) und LG3226/Lukas (S240) empfohlen. In wärmeren Lagen des Anbaugebietes MV-Süd mit guter Wasserführung können auch die ertragsstarken Sorten Torres (S250) und PR39T45 (S 250) erfolgreich in die Reifestaffelung integriert werden.
Folgende zweijährig geprüfte Sorten erzielten aussichtsreiche Ergebnisse und können für den probeweisen Anbau empfohlen werden: NK Jasmic (S210, Frühreife), Ricardinio (S230), Alumic (S230, Stärke), LG 3234 (S240).
Sortenempfehlung Energiemais
Auf D-Nord - Standorten sollte der Anbauschwerpunkt bei Mais für Biogasanlagen (Energiemais) im Bereich der Reifezahlen S240 bis S260 liegen. Geeignete Sorten dieser Reifezahlen verbinden hohes Ertragspotential mit rechtzeitiger Silierfähigkeit sowie zum Teil mit der Eignung zur Doppelnutzung (Stall und Fermenter; s.a. „Sortenempfehlung Silomais“).
Bei späten Sorten der Reifezahl S280 liegen die Erträge unter günstigen Wachstumsbedingungen über denen der mittelfrühen Sorten. Dagegen stehen als Nachteile spätere, unsichere Erntetermine und ungünstigere Bedingungen für die Etablierung der Nachfrucht. Aufgrund der unkalkulierbaren Jahreswitterung sollte der betriebliche Anteil dieser Sorten in kühleren Lagen (D-Nord) daher vorsichtig bemessen werden, auf wärmeren Standorten (MV-Süd) wird die Silierreife dagegen relativ sicher erreicht und ein höherer Anteil später Sorten in der Reife- und Erntestaffelung ist möglich.
Reifezahl S240: Ronaldinio und Filippo eignen sich als Energiemais (mit gleichzeitiger Empfehlung als ertragsbetonter Silomais zur Verfütterung). Bei guten betrieblichen Erfahrungen können weiterhin die etwas früher abreifende Sorte Agro Max (auch als Silomais zur Verfütterung) sowie Asteri CS und NK Magitop empfohlen werden.
Reifezahl S250: Torres und PR39T45 sind ertragsstarke mittelfrühe Sorten mit guter Qualität, die auch noch in kühleren D-Nord - Lagen sicher als Energiemais angebaut werden können (auf MV-Süd - Standorten können sie bei guter Wasserführung auch anteilig als Silo­mais zur Verfütterung vorgesehen werden).
Reifezahl S260: Ingrid sowie auch Subito, Marcello und Kabanas zeigten hohe Gesamt- und Restpflanzenerträge (mit hoher NEL-Verdaulichkeit der Restpflanze). Cristiano erzielte ebenfalls hohe Gesamterträge bei höherem Stärkegehalt. Bei guten betrieblichen Erfahrungen können PR39F58 (aufgrund der guten Kombination von, Verdaulichkeit, Stärkegehalt und Ertrag) sowie ES Paroli (früher 260’er) weiter empfohlen werden.
Reifezahl S280: Atletico, Franki, Seiddi und Agro Gas können unter günstigen Bedingungen ihr herausragendes Ertragspotential umsetzen. In der Reihenfolge Franki, Seiddi, Atletico, Agro Gas nimmt die Betonung der Stärke ab, die der Restpflanze zu.
Sortenempfehlung Körnermais
Ein Großteil des Anbaugebietes MV-Süd stellt eine Grenzlage für den Körnermaisanbau dar. Daher werden hier nur frühreife Sorten geprüft und empfohlen, um eine rechtzeitige Ernte zu gewährleisten. Bei der Produktion von Körnermais ist gerade in dieser Grenzlage die Frühreife eine wirtschaftlich besonders wichtige Eigenschaft, durch die erforderliche Trocknungskosten vergleichsweise geringer gehalten werden können. Frühreife kommt in einer geringen Körnerreifezahl und in den Sortenversuchen in hohen erzielten Trockensubstangehalten zum Ausdruck (siehe umseitig). Für die Sortenwahl bei der Nutzung von Konservierungsverfahren (wie CCM, LKS und Feuchtmais) können die Ergebnisse der Körnermaisversuche und die Körnermaisempfehlungen herangezogen werden, wobei hier der Kornertrag gegenüber der Abreife (TS%) mehr im Vordergrund steht als beim Körnermais.
NK Ravello (K190) ist bei guten Erträgen die frühreifste empfohlene Sorte. Sie gewährleistet Einsparungen bei den Trocknungskosten und ist somit besonders geeignet für den Anbau von Körnermais in Grenzlagen. Padrino (K210) und NK Falkone (K210) kombinieren ausgeprägte Ertragsstärke mit relativ früher Abreife. Sie sind somit für den Anbau als Körnermais wie auch für o.g. Konservierungsverfahren geeignet.
Die vorläufige Empfehlung nach 2 LSV-Jahren erhalten Amanatidis (K220) und Ricardinio (K220).
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